Leserbrief / persönlicher Kommentar
Leserbrief zu "Verlorenes Jahr für die Elektromobilität." Main-Echo, vom 8.1.25
Fachleute monieren als Haupthindernis für steigende Elektromobilität die "hochpreisigen Premium-Modelle" der deutschen Autobauer. Aber müssten wir uns über die hohen Preise nicht sogar freuen? Ein E-Auto für 50.000 Euro steigert unser Bruttoinlandsprodukt doppelt so stark wie eines für 25.000 Euro. Und wir wollen doch alle Wirtschaftswachstum - meinen zumindest unsere Politiker. Aber ist Wirtschaftswachstum gleichbedeutend mit Bedarfsdeckung?
Für 50.000 Euro könnte man z.B. auch 10 Pedelec-Velomobile zu 5000 Euro bauen. Das sind überdachte, verkleidete Elektro-Fahrräder mit 3 oder 4 Rädern. Mit solchen Fahrzeugen ließen sich wohl die meisten Alltagsfahrten der Durchschnittsbürger wettergeschützt problemlos abdecken. Für den eher kleineren Rest könnte man dann Car-Sharing-E-Autos verwenden. Problem: Daran verdienen unsere Autokonzerne zu wenig. Die Politik wird so etwas also kaum fördern - es wäre ja "gegen die deutsche Wirtschaft".
Ich persönlich habe daher letztes Jahr meine E-Mobilität erfolgreich gefördert - und zwar mit einem rein elektrischen Mini-Auto: ein Zweisitzer mit Moped-Kennzeichen. 45 km/h schnell und ladbar an jeder Haushalts-Steckdose. Und das zum Preis von 8500 Euro. Die Reichweite von 80 bis 90 Kilometern reicht leicht für meine meisten Fahrten. "Made in Germany" ist so leider nicht zu haben: Im deutschen Fachhandel kann ich das Geld locker für E-Pedelecs mit 3 oder auch 4 Rädern "für Senioren" ausgeben.
Praktische Erschwernisse für viele Mitbürger sollen nicht verschwiegen werden: Als Mieter ohne Garage/Stellplatz muss ich immer auf einen Straßen-Parkplatz "im Kabel-Bereich" lauern. Hat für mich als Rentner bisher geklappt - vergleichbare Berufstätige mit festem Zeitplan müssen sich um alternative Lade-Infrastruktur kümmern. Also, liebe neue Bundesregierung ab März: Es gibt noch viel zu tun! Und ein Umschauen abseits der ausgetretenen Pfade würde nicht schaden.
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